Türen der Gerechtigkeit

Ausstellung in St. Anna vom 10. - 21. Juli

"Die Suche nach Gerechtigkeit verbindet religiöse Impulse der Reformation mit den sozialen Themen unserer Zeit" erläutert der Diakonie-Präsident Ulrich Lilie die Kampagne zum Reformationsjubiläum. Die Diakonie Deutschland startete 2016 die bundesweite Mitmach Aktion „Türen öffnen. Gerechtigkeit leben“ und das Diakonische Werk Augsburg hat mitgemacht. Auch 500 Jahre nach der Reformation sind noch viele Menschen von Teilhabe und Mitgestaltung ausgeschlossen. Darum bleibt Gerechtigkeit nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine leuchtende Vision in unserem Leben, in unserer Gesellschaft, in Augsburg- darum ist es ein zentrales Thema in der täglichen Arbeit der Diakonie.

In dem Projekt des Diakonischens Werkes setzten sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen mit der Thematik „Gerechtigkeit“ auseinander und versuchten, den abstrakten Begriff konkreter werden zu lassen. Was beschäftigt die Jungen und die Alten, die Gesunden und die Kranken, die die in ihrer Arbeit helfen und die, die auf Hilfe hoffen? Die Gruppen arbeiteten sich in Workshops bzw. im Religionsunterricht schrittweise an ihre Vorstellungen, Erfahrungen und ihre Wünsche heran. Die Teilnehmer kamen miteinander ins Gespräch und es war altersübergreifend für Alle ein Thema, zu dem sie etwa zu sagen hatten. Manches Mal wurde auch über die geplante Zeit hinaus lebhaft diskutiert. Teilweise war es für die Gruppenteilnehmer spannend, mal in einem anderen Kontext als gewohnt miteinander zu arbeiten und den Gegenüber anders zu erleben.
Aber es blieb nicht beim Reden und Diskutieren hinter „geschlossenen Türen“. An diesen ersten Teil schloss sich die kreative Phase an. Die Idee der Kampagne war es, Türblätter als sichtbares Zeichen zu gestalten. Aus diesem Grund wurden Türblätter aus diversen Abrisshäusern und aus dem gerade renovierten Landheim der evangelischen Jugend Augsburg Reinhartshofen zusammengetragen.
Beim Gestalten hatten die Menschen den Mut, sich zu öffnen, ihre Gedanken und Botschaften auf die Türblätter zu bringen und so mit Anderen zu teilen. Aufgrund dieser Bereitschaft und aufgrund des Engagements vieler Personen wurde es möglich, dass eine Ausstellung mit 32 Türen verwirklicht werden kann.
Zwei der Türen sind Teil einer begehbaren Installation der Diakonie Deutschland. Sie wurden mit rund 60 anderen Türen ausgewählt und in ein 3stöckiges Türhaus integriert, das bis zum 10. September während der Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ in Wittenberg zu sehen ist.
Aus diesem Grund umfasst die Ausstellung des Diakonischen Werkes Augsburg 30 Türen im Original (plus 2 fotografierte Exemplare). Es sind einzigartige Werke. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Art der Aufteilung, des verwendeten Materials oder in Gestaltungsmerkmalen, sie haben auch alle einen anderen Schwerpunkt: manch eine Tür legt den Focus auf die soziale und die wirtschaftliche Gerechtigkeit im globalem Kontext, manch eine geht dagegen sehr nah auf den eigenen Alltag und das direkte Umfeld ein.
Einigkeit herrschte allerdings in allen Gruppen darüber, dass trotz menschlicher Unzulänglichkeiten nur eine Chance auf Gerechtigkeit besteht, wenn jede/r einen Teil der Verantwortung mitträgt und wir unser Zusammenleben auf einem Grundkonsens von Mitmenschlichkeit aufbauen.